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Das Berufsbild

Was tut ein Notar?

"Dadurch unterscheidet sich der Notar von allen anderen akademischen Berufen, dass wir am Wohlergehen, andere aber am Unglück und der Schlechtigkeit der Menschen interessiert sind. Der Rechtsanwalt freut sich über unübersichtliche Straßenkreuzungen, zerbrechende Ehen, Notzucht und Mord. Der Arzt lebt von abgeschnittenen Beinen und faulenden Blinddärmen. Der Pastor hätte ohne die Sündhaftigkeit der Menschen keine Existenzberechtigung. Nur wir Notare freuen uns und verdienen am meisten, wenn alles gut geht: Wenn die Geschäfte blühen, die Felder fruchtbar sind, die Schlote rauchen. Wir wünschen, dass jeder Mensch Millionär ist; dann sind wir es auch. Wir sind von Berufs wegen Menschenfreunde"

Zitat aus: "Ein Landnotar" von Notar Dr. Heinrich Krautwig, in : 150 Jahre Rheinisches Notariat

Diese humoreske Darstellung des Berufsbildes der Notare — insbesondere im Vergleich zu anderen akademischen Berufen — fußt auf zwei Säulen, nämlich:

  1. dass der Notar ein unparteiischer Berater ist und
  2. vom Gesetzgeber dem Rechtssuchenden an die Seite gestellt wird.

Dass dieses (Selbst-) Verständnis nicht antiquiert und insbesondere nicht durch gesellschaftliche Entwicklung überholt wird, zeigt die Einbindung des Notars in die Elektronisierung unseres gesamten Rechtssystems.

Im Einzelnen:

Der Notar übt keine gewerbliche, sondern eine "hoheitliche" Tätigkeit aus. Der Notar ist daher Träger eines öffentlichen Amtes. Dabei ist der Notar Sachwalter aller Beteiligten. Das Ziel notarieller Dienstleistungen ist eine rechtlich korrekte, sichere, im Geben und Nehmen ausgewogene und menschlich passende Lösung für den beurkundeten Lebenssachverhalt zu finden.

Der Gesetzgeber hat daher bei bestimmten Rechtsgeschäften vorgeschrieben, dass sie wirksam nur durch Beurkungung oder Beglaubigung von einem Notar vorgenommen werden können. Hintergrund für diese Formerfordernis ist die Überlegung, dass bei rechtlich und wirtschaftlich besonders wichtigen Vorgängen der Notar Schutz vor Übereilung und ungesicherten Vorleistungen bieten soll und zudem die Einschaltung eines Notars auslegungsbedürftige und widersprüchliche Urkunde verhindern kann. Wesentliche Rechsgeschäfte sind:

Grundstücksübertragungen, Erbbaurechtsverträge, Grundpfandrechtsbestellungen, Teilungserklärungen nach dem Wohnungseigentumsgesetz, Bauträgerverträge, Überlassungen von Immobilien, ferner Eheverträge und Adoptionsanträge, schließlich Gründungen von Kaptialgesellschaften (GmbH, AG etc.), Satzungsänderungen und Kapitalmaßnahmen, Abtretung von GmbH-Geschäftsanteilen, und andere mehr.

Bei anderen Rechtsgeschäften (z.B. Testamentserrichtung) ist neben der notariellen Form auch privatschriftliche Errichtung möglich, wobei der notariell beurkundeten Variante vom Gesetz häufig höhere Bindungswirkumg (Erbvertrag) und einfachere Umsetzung (Entbehrlichkeit eines Erbscheins) zuerkannt wird.

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